Weihnachtsgeld in Österreich und Deutschland – Regelungen

Eine der größten Fragen, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern kurz vor Weihnachten gestellt werden, lautet, ob der Arbeitgeber einen Weihnachtsbonus zahlen muss.

Was ist ein Weihnachtsbonus?

Es ist in der Regel eine einmalige Zahlung an den Mitarbeiter, die in der Weihnachtszeit zusätzlich zu ihrem normalen Gehalt gezahlt wird.

Warum zahlt ein Arbeitgeber einen Weihnachtsbonus?

Weihnachtsboni können ein lukrativer Anreiz sein, wenn Sie es sich leisten können, sie auszuzahlen. Es hilft, die Moral der Mitarbeiter hoch zu halten, und gibt den Menschen etwas mehr Geld, das sie zu einer teuren Zeit des Jahres ausgeben können. Es kann auch als Anreiz für einen Mitarbeiter wirken, dem Unternehmen beizutreten oder Qualitätspersonal zu binden.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, einen Weihnachtsbonus zu zahlen?

Es gibt keine klare Antwort auf diese Frage, jeder Fall wird von seinen eigenen Tatsachen abhängen. Ausgangspunkt sollte immer der Arbeitsvertrag sein, in dem die Beziehung zwischen den Parteien schriftlich niedergelegt ist. Andere unterstützende Dokumentationen wie Mitarbeiterhandbücher, Stellenangebote oder Anschreiben können ebenfalls nützlich sein.
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Wichtig: Vorab zum Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld informieren
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Wenn im Arbeitsvertrag festgelegt ist, dass zu Weihnachten ein Bonus gezahlt wird, kann davon ausgegangen werden, dass der Arbeitgeber die Vertragsbedingungen einhalten muss, da sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer an den Vertrag gebunden sind. Wenn Ihr Anstellungsvertrag beispielsweise besagt, dass den Mitarbeitern am Weihnachtsabend definitiv ein Extra-Gehalt gezahlt wird, können die Mitarbeiter dieses zusätzliche Gehalt zum 30. November erwarten. Tipps in Österreich gibt es auf der Seite der Arbeiterkammer auf https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitsvertraege/Weihnachts-Urlaubsgeld.html  zum Nachlesen.

Was ist, wenn der Vertrag nichts über Bonuszahlungen aussagt?

Der nächste Schritt besteht darin, das Mitarbeiterhandbuch und alle Unternehmensrichtlinien zu berücksichtigen. Möglicherweise gibt es eine Richtlinie, die besagt, dass der Arbeitgeber unter bestimmten Umständen einen Weihnachtsbonus zahlt (z. B. wenn der Mitarbeiter bestimmte Ziele erreicht hat oder das Unternehmen in diesem Jahr besonders gut wirtschaftet). Vorausgesetzt, dass das Handbuch und die Richtlinien nicht Bestandteil des Arbeitsvertrags des Arbeitnehmers sind, liegt es im Allgemeinen im Ermessen des Arbeitgebers, ob er diesen Bonus zahlt oder nicht. Arbeitgeber sollten beim Umgang mit den im Unternehmenshandbuch genannten Boni oder anderen Richtlinien besonders vorsichtig vorgehen, um sicherzustellen, dass der Bonus freiwillig und nicht vertraglich ist. Wenn im Vertrag in den Richtlinien kein Hinweis auf Weihnachtsboni enthalten ist, müssen Sie Angebotsbriefe, Anschreiben und alle anderen relevanten Informationen überprüfen. Arbeitgeber legen oft Wert darauf, dass sie in ihren Verträgen oder Unterlagen keinen Hinweis auf einen Bonus enthalten, geben jedoch in dem Angebotsschreiben oder Begleitschreiben an, das dem Vertrag beiliegt, dass ein Ermessensbonus zu Weihnachten fällig sein kann. Dies gibt dem Arbeitgeber die Möglichkeit zu entscheiden, ob der Bonus bezahlt werden soll oder nicht, da er nicht vertraglich dazu verpflichtet ist.

Was ist, wenn in keinem der Beschäftigungsdokumente etwas über Weihnachtsbonus gesagt wird?

Wenn sich weder im Vertrag oder Handbuch noch in einem anderen Dokument etwas auf einen Weihnachtsbonus bezieht, muss der Arbeitgeber darüber nachdenken, was er zuvor getan hat. Wenn es für den Arbeitgeber üblich war, den Angestellten in den letzten 50 Jahren zu Weihnachten jedes Jahr eine wöchentliche Vergütung zu zahlen, wäre es schwer zu behaupten, dass aus dieser Praxis kein vertraglicher Anspruch geworden ist. Wenn jedoch die Bonuszahlungen sporadisch waren (dh sie wurden nicht jedes Jahr gezahlt), ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie als üblich und als Verpflichtung angesehen werden können.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Daten, die im November 2018 von der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) veröffentlicht wurden, zeigen, dass mehr als die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer eine zusätzliche jährliche Zahlung in Form eines Weihnachtsbonus erhalten. Die Daten zeigen auch, dass weit mehr Arbeitnehmer, die unter einen Tarifvertrag fallen, einen Weihnachtsbonus erhalten, als nicht unterversicherte Arbeitnehmer. Die meisten Branchentarifverträge bieten einen Weihnachtsbonus, aber die tariflich vereinbarten Tarife variieren je nach Branche erheblich. Infos zum Weihnachtsgeld in Deutschland gibt es im Ratgeber auf https://www.vexcash.com/blog/weihnachtsgeld/ im Überblick.

Was zeigen die Daten?

Nach Angaben, die in einer Pressemitteilung zum Weihnachtsbonus im November 2018 vom Tarifvertragsarchiv des Instituts für Wirtschafts- und Sozialforschung (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht wurden, erhalten 55% Mitarbeiter in Deutschland eine zusätzliche jährliche Zahlung in Form eines Weihnachtsbonus. Es zeigt auch, dass 16% eine Gewinnbeteiligung und weitere 19% eine andere jährliche Bonuszahlung erhalten. Die Studie zeigt, dass 71% der Arbeitnehmer, die von einem Tarifvertrag erfasst werden, einen Weihnachtsbonus erhalten, verglichen mit nur 43% der Mitarbeiter, die nicht unter Tarifverträge fallen. Während 56% der Befragten in Westdeutschland angaben, einen Weihnachtsbonus erhalten zu haben, gaben nur 42% der Befragten in Ostdeutschland eine solche Zahlung an. Frauen erhalten eine geringere Wahrscheinlichkeit, einen Weihnachtsbonus zu erhalten, wobei 49% solche Zahlungen melden, verglichen mit 57% der Männer. Zwei Drittel der Beschäftigten in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern sollen einen Weihnachtsbonus erhalten, verglichen mit 48% in kleineren Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern. Bei den Vollzeitangestellten gaben 56 % an, Weihnachtsgeld zu bekommen, bei den Teilzeitstellen hingegen nur 45%. Nach einer Bewertung des WSI-Tarifvertragsarchivs gibt es in den meisten Branchen Vereinbarungen, die einen Weihnachtsbonus vorsehen. Meistens wird der Bonus als Prozentsatz des durchschnittlichen Monatslohns festgelegt. Der Betrag variiert jedoch erheblich zwischen den Sektoren. In einigen Branchen gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Mitarbeiter des Bankwesens und der Süßwarenindustrie haben Anspruch auf einen jährlichen Bonus in Höhe von 100% ihres Monatsgehalts. Außerdem besteht die Möglichkeit zur Aushandlung einer freiwilligen Werkvereinbarung über eine flexible gewinnabhängige jährliche Bonuszahlung in einem Bereich zwischen 90% und 120% des Monatsgehalts. Im Druck und in der westdeutschen chemischen Industrie liegt die Quote bei 95%. In vielen Verhandlungsbereichen der metallverarbeitenden Industrie hängt die Höhe der Zahlung mit dem Dienstalter zusammen. Beschäftigte mit mindestens drei Beschäftigungsjahren erhalten einen Höchstsatz von 55% ihres Monatslohns. Diese vergleichsweise niedrigen Raten sind jedoch in Verbindung mit einem relativ hohen Urlaubsbonus in den meisten Tarifbereichen der Metallverarbeitung zu sehen. In Ostdeutschland haben Mitarbeiter oft Anspruch auf eine Weihnachtsprämie, die unter dem westdeutschen Niveau liegt, und einige Angestellte, wie etwa ostdeutsche Bauarbeiter, haben überhaupt keine Weihnachtsprämie. Eine Reihe von Tarifverträgen enthält sogenannte Öffnungsklauseln, die unter bestimmten Bedingungen eine Abweichung dieser Sätze auf Unternehmensebene zulassen. In vielen, aber nicht allen Fällen erfordern diese Abweichungen die Zustimmung der Verhandlungspartner, bei denen es sich üblicherweise um Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände handelt. Quelle:https://www.boeckler.de/112132_116890.htm#

Wie sieht es in Österreich aus?

Österreich orientiert sich beim Weihnachtsgeld an Deutschland. Die Regelungen und Bestimmungen sind in den jeweiligen Vereinbarungen und Tarifverträgen der Unternehmen festgelegt. Hier finden Sie auch den Zeitpunkt der Zahlung (in der Regel der 30.11). Der Arbeitnehmer erhält ein komplettes 13. Monatsgehalt, das zur Hälfte als Urlaubsbonus und Weihnachtsbonus besteht. Genau wie in Deutschland hat der Arbeitnehmer keinen juristischen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Es muss im Tarifvertrag festgelegt sein. Es gab schon viele Fälle, die vor Gericht entschieden werden mussten, da der Arbeitgeber ein Jahr das 13. Gehalt gezahlt hat und das nächste Jahr nicht. Hier ist auf das Gewohnheitsrecht zu achten. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer häufig Zahlungen erhalten hat, obwohl nichts davon im Vertrag steht. Das Gericht entschiede sich in diesem Fall für den Arbeitnehmer. Die Höhe der Zahlungen hängt von dem Industriezweig und der Branche des Unternehmens ab und orientiert sich ebenfalls an Deutschland. Der Unterschied: In Österreich zahlen vor allem mehr kleinere Unternehmen noch Weihnachtsgeld und einen Urlaubsbonus. In Deutschland ist dies nur noch in seltenen Fällen üblich.

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